Wenn das Herz aus dem Takt gerät

19.07.2017, BKH Schwaz

Funktioniert das Herz nicht richtig, kann ein Herzschrittmacher helfen.

In der Herzschrittmacher-Ambulanz am BKH Schwaz werden dann die Feineinstellung und Kontrollen durchgeführt. Der Leiter, OA Mag. Dr. Christian Ritelli, im Gespräch.

Gesundheitsblog Schwaz: Wann braucht man einen Herzschrittmacher?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Wenn das Herz zu langsam schlägt bzw. langsame Herz-Rhythmus-Störungen auftreten und es dadurch zu Symptomen wie Schwindel, Schwäche, fehlender Belastbarkeit oder gar Ohnmachtsanfällen kommt. Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei niedrigem Puls sind immer ein Alarmsignal und sollten genauer abgeklärt werden, da schlimmstenfalls eine Störung des Taktgebers zum Tod führen kann. Durch den Herzschrittmacher erfolgt eine bedarfsgerechte Stimulation des Herzens, sodass der Takt wiederhergestellt ist.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie lange dauert eine Herzschrittmacher-OP?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Ein Herzschrittmacher wird üblicherweise durch den Herzchirurgen in Lokalanästhesie unter die Haut implantiert. Die OP dauert etwa eine Stunde. Komplikationen sind selten, können aber wie bei jeder Operation grundsätzlich vorkommen.

Gesundheitsblog Schwaz: Und was passiert nach der OP?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Etwa zwei Wochen später zieht der Hausarzt die Fäden, nach drei Monaten steht der erste Besuch in der Herzschrittmacherambulanz, z.B. am Bezirkskrankenhaus Schwaz an (2. Stock). In den ersten Monaten heilen die Sonden im Herzmuskel langsam ein, wodurch sich die zunächst eingestellten Werte für die Schrittmacherleistung, aber auch für die Erkennbarkeit von Herzaktionen verändern können. Somit muss nach Ablauf dieser Einheilzeit (normalerweise 3 Monate) das Aggregat kontrolliert werden, da es jetzt ggf. anders eingestellt werden muss. Diese Kontroll-Untersuchung erfolgt ambulant mittels eines Abfragegerätes und dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie oft muss das Gerät „gewartet“ werden?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Einmal im Jahr müssen die PatientInnen ihren Herzschrittmacher überprüfen lassen. Am Ende der Batterielaufzeit unter Umständen auch öfter. Das kann man mit einem Service beim Auto vergleichen. In diesen Kontrollen wird unter anderem die Batterieleistung überprüft und nachgesehen, ob die Einstellungen des Gerätes immer noch auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst sind.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Herzschrittmachers?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Das hängt davon ab, wie viele Impulse er abgeben muss. Wenn das Herz von selbst schneller als die programmierte Mindestfrequenz schlägt, wird der Herzschlag vom Schrittmacher erkannt und in dieser Situation wird dann auf eine Stimulation verzichtet, was sich positiv auf die Laufzeit auswirkt. Man kann im Durchschnitt bei modernen Geräten mit einer Lebensdauer bis 10 Jahre rechnen. Bei Batterieerschöpfung verbleiben die Schrittmacher-Sonden im Körper, das Aggregat wird komplett ausgetauscht.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie ist die Lebensqualität mit Herzschrittmacher?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli:
Sehr gut. Normalerweise bemerkt der/die PatientIn das Gerät im Alltag nicht. Insbesondere die Stimulation am Herzen wird nicht bemerkt, da nur sehr wenig Energie zur Stimulation benötigt wird. Vorsicht ist allerdings bei starken magnetischen Feldern geboten, wie z.B. in einer MRT Untersuchung, da hier die Schrittmacher Funktion gestört werden kann. Daher ist es wichtig, den Arzt vor einer MRT Untersuchung über das Tragen eines Schrittmachers zu informieren und den Herzschrittmacher- Ausweis immer dabei zu haben.

Gesundheitsblog Schwaz: Danke für das Gespräch.

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OA Mag. Dr. Christian Ritelli

OA Mag. Dr. Christian Ritelli
FA für Innere Medizin  und Psychologe
Schwerpunkttätigkeit: Kardiologie, Herzschrittmachertherapie, Intensivmedizin und Sonographie

Innere Medizin - Defibrillator und Herzschrittmacher-Ambulanz
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