Sodbrennen – was tun?

01.08.2017, BKH Schwaz

Sodbrennen (Reflux) ist ein häufiges Gesundheitsproblem. Doch die unangenehme Zivilisationskrankheit kann gut behandelt werden.

Sodbrennen oder auch fachsprachlich Reflux genannt, kennt fast jeder. Zu fettes oder zu viel Essen ist häufig die Ursache für das unangenehme Brennen in Brust und Rachen. Auch Übergewichtige und Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel haben oft unter Sodbrennen zu leiden. Die brennenden Schmerzen in Magen, Brust und Hals entstehen, weil der Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt.

Hausmittel für gelegentliches Sodbrennen gibt es zuhauf: So heißt es etwa, dass z.B. Haferschleim das Brennen stoppt, auch milde Tees oder eine gekochte Kartoffel können Linderung bringen. Antazida aus der Apotheke neutralisieren die Magensäure, wirken aber nur für wenige Minuten. Protonenpumpenhemmer (PPI) hemmen die Produktion der Säure.

Wer ab und zu unter Sodbrennen leidet, ist mit diesen Mitteln gut beraten. Kommt Sodbrennen aber öfter als einmal pro Woche vor, spricht man von Refluxkrankheit – und deren Auslöser ist immer ein Zwerchfellbruch, der mit Medikamenten nicht beseitigt werden kann. Das Sodbrennen wird damit zur Krankheit. Schwerwiegende Entzündungen in der Speiseröhre, Geschwürsbildung, damit einhergehende Blutungen und in schweren Fällen sogar Speiseröhrenkrebs können die Folge sein. Häufig führt die Refluxerkrankung auch zu Heiserkeit und Lungenproblemen wie Asthma.

Medikamentöse Behandlung
Viele Ärzte verschreiben auch dann noch Protonenpumpenhemmer. Doch davon, diese Medikamente dauerhaft einzunehmen, rät Reflux-Spezialist Dr. Gerold Wetscher ab. „Protonenpumpenhemmer können vielfältige Nebenwirkungen haben und unter Umständen dem Patienten mehr schaden als nutzen“, führt Wetscher aus. So beeinflussten sie die Fett- und Milcheiweißverdauung und stören die Vitamin-D-Aufnahme – was gerade bei Frauen zu Osteoporose führen könne. Auch die Darmflora leide und ein Überhandnehmen von schlechten und antibiotikaresistenten Darmbakterien sei die Folge. PPI stünden außerdem im Verdacht, Nahrungsmittelintoleranzen auszulösen. Erschreckendes ergaben Tierversuche: Versuchstiere, deren Refluxerkrankung mit PPI behandelt wurde, entwickelten Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Schonende OP-Methode
„Die Behandlung der Wahl ist die Operation“, erklärt Wetscher. Denn nur diese beseitigt den zugrundeliegenden Zwerchfellbruch und wirkt somit kausal. Er rät zu einer so genannten Fundoplicatio. Dabei wird der geschwächte Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre unterstützt. Der oberste Anteil des Magens (Magenfundus) wird um die untere Speiseröhre herum vernäht und fungiert somit als eine Art Manschette. Damit wird Reflux verhindert.
Weitere Behandlungsmethoden sind die LINX-Plastik (Magnetband) und der so genannte Speiseröhrenschrittmacher. „Für einzelne Patienten mit kleinen Zwerchfellbrüchen und nur geringem Reflux mögen diese Methoden durchaus geeignet sein, doch die Fundoplicatio hat eine deutlich niedrigere Komplikationsrate und zeigte sich in der Langzeitbeobachtung als die wirkungsvollste Methode“, so der Spezialist.

Univ.- Prof. Prim. Dr. Wetscher

Prim. Univ. Prof. Dr. Gerold Wetscher
Vorstand der Abteilung für Allgemeinchirurgie
FA für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Allgemeinchirurgische Ambulanz
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