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Leinen los.

Leinen los.

31.05.2025, BKH Schwaz

Unter dem Motto Leinen Los hat das BKH Schwaz eine Initiative zum tabakfreien Krankenhaus. gestartet.

Primär geht es dabei um den Schutz unserer Patient:innen, Mitarbeiter:innen und Besucher:innen vor aktiver und passiver Rauchbelastung.

Als Gesundheitseinrichtung haben wir den Auftrag zu Therapie, Behandlung und Prävention.

Gleichzeitig dürfen wir aber auch Raucher:innen nicht ausgrenzen. Somit geht es unter anderem um die Anpassung der bereits vorhandenen Rückzugsmöglichkeit In- und Outdoor für Raucher:innen mit kurzen Wegzeiten sowie Gesundheitsförderungsmaßnahmen. Beides hat nun in den letzten Monaten Gestalt angenommen.

  Als RAUCHEPLÄTZE definiert sind.

Indoor - zwei Raucherkabine.

  •  UG - Zugang Tiefgarage 
  • OG 4 blau - Zugang Speisesaal

Outdoor - z.T. Rauchkabine.

  • Raucherkabine Rettungseinfahrt
  • EG - EZEB Terrasse
  • OG 4 grün - MA Terrasse
  • Wirtschaftshof
  • Ausgang Trafostation
  • einzelne Parkbänke Patientengarten

Das heisst aber auch, dass im Umkehrschluss alle NICHT als Raucherplätze definierte Bereiche am Gelände TABAKFREI sind.
Somit gehören dazu auch alle bisherigen illegalen Raucherplätze, wie alle Balkone, der Brunnen an der Schule, die EZEB und ÖGK Stiege, der Ausgang Radiologie/Patientengarten sowie im gesamten Bereich des Heli Ports.

Flankiert wird die Initiative nicht nur durch Informationsmedien und Beratungsangebote sondern auch mittels eindeutiger örtlicher Hinweise.

Rauchfrei Telefon. - Rauchfrei werden und bleiben mit dem Rauchfrei Telefon.
Eine Initiative der Sozialversicherungsträger, der Bundesländer und des Bundesministeriums für Gesundheit.
Zum Hörer greifen und 0800 810 013 wählen (kostenlos). Von Montag bis Freitag zwischen 10:00 und 18:00 Uhr wird das Rauchfrei Telefon von Klinischen- und Gesundheitspsychologinnen mit Ausbildung und Erfahrung in der Tabakentwöhnung und Telefonberatung betreut.
Die Beratung selbst und die Folgetelefonate sind kostenlos.

Wer Hilfe sucht – Suchthilfe Tirol.

Rauchentwöhnungskurse zählen zu Präventionskursen und werden von nahezu allen gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Rauchentwöhnungskurse werden vor Ort, aber auch online angeboten. Anfragen über die zuständige Sozialversicherung.

Rauchfrei in 20 Tagen - ein Angebot der bvaeb.
Sie möchten mit dem Rauchen aufhören? Wir helfen Ihnen bei diesem Schritt in ein nikotinfreies Leben.
Im Rahmen Ihres 20-tägigen Aufenthalts am Josefhof beschäftigen Sie sich mit Ihrem Nikotinverhalten. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine stark ausgeprägte Abhängigkeit (Fagerström-Test ab 5), bei der eine Erkrankung vorliegt, die mit Rauchen und Nikotinkonsum einhergeht. Gemeinsam in der Gruppe erarbeiten Sie Strategien und Alternativen für eine langfristige Nikotinfreiheit und Lebensstiländerung im Sinne von gesundheitsförderlichem Verhalten.

Nikotinfrei leben - das Angebot der ÖGK.
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Schick uns eine Nachricht - wir kontaktieren Dich.
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Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck: Wichtige Fakten

Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck: Wichtige Fakten

31.05.2023, BKH Schwaz

Eine Schwangerschaft ist eine Zeit voller Vorfreude, die viele Veränderungen im Körper einer Frau mit sich bringt. Leider sind nicht alle dieser Veränderungen positiv. Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck sind zwei Erkrankungen, die während der Schwangerschaft auftreten können und sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind große Risiken bergen. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Indikator für mögliche Risiken für die Gesundheit von Frauen im mittleren und höheren Alter.

In unserem Expertenblog steht Prim. Dr. Karin Jeggle-Riha, Leiterin der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am BKH Schwaz, Frage und Antwort zu diesem Thema.

Sie waren kürzlich auf dem internationalen Kongress der „European Foundation for the Care of newborn infants“ zum Thema Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Welche Erkenntnisse haben Sie mit nach Hause genommen?


Eine klare Erkenntnis des Kongresses war, dass sich in der Schwangerschaft ein Zeitfenster öffnet, in dem man Frauen frühzeitig für Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sensibilisieren kann und muss. In jungen Jahren denkt niemand daran, welche chronischen Erkrankungen man mit 50 oder 60 Jahren entwickeln kann. Die Feststellung von Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck während der Schwangerschaft sind jedoch wichtige Indikatoren für ein erhöhtes Risiko, diese Krankheiten im Alter dauerhaft zu entwickeln. Es ist daher sehr wichtig, dieses Zeitfenster zu nutzen und die betroffenen Frauen für die Prävention zu sensibilisieren.

Was ist Schwangerschaftsdiabetes und wie wird er festgestellt?


Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, ist eine Form von Diabetes, die sich während der Schwangerschaft entwickelt und normalerweise nach der Entbindung wieder verschwindet.
Die Diagnose erfolgt durch einen Glukosetoleranztest. In Österreich ist dieser Test Teil des Mutter-Kind-Passes und wird standardmäßig bei jeder Schwangeren durchgeführt. Wichtig ist, den Test richtig durchzuführen und sich dafür Zeit zu nehmen. Die Frau muss morgens nüchtern zum Arzt kommen, sie darf vorher nichts gegessen haben, damit man bei der ersten Blutabnahme den richtigen Wert erhält. Nach der Verabreichung von 75 g Glukose, die in 250 bis 300 ml Wasser gelöst ist, muss die Frau zwei Stunde lang sitzen oder liegen, bevor nach einer Stunde der erste Blutzuckerwert und nach zwei Stunden der zweite Blutzuckerwert mittels intravenöser Blutabnahme entnommen und bestimmt wird. Bewegung oder Essen während dieser Zeit kann das Testergebnis verfälschen.

Welche Risiken bestehen für schwangere Frauen und ihr Baby bei Schwangerschaftsdiabetes?


Ein Schwangerschaftsdiabetes birgt Risiken und Folgen für Mutter und Kind.
Zu den erhöhten Risiken für die Frau zählen unter anderem Harnwegsinfektionen, vaginale Infektionen, Bluthochdruck, Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), Geburtsverletzungen und Blutungen.

Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass ein mütterlicher Schwangerschaftsdiabetes die Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) des Kindes fördern kann. Daneben scheint sich das Risiko für das Kind zu erhöhen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken oder das Metabolische Syndrom zu entwickeln.
Für das Kind besteht ein erhöhtes Risiko für ein hohes Geburtsgewicht, was zu Komplikationen bei der Geburt führen kann. Das Risiko einer Frühgeburt ist erhöht, es kann zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen. Nach der Geburt ist das Kind unterzuckert und ein längerer Krankenhausaufenthalt ist notwendig.

Wie werden Frauen am BKH Schwaz mit Schwangerschaftsdiabetes betreut?

Werden bei einer Schwangeren erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt und lässt sich der Diabetes ambulant durch Selbstmessungen und engmaschigen Kontrollen nicht gut einstellen, können wir die Patientinnen für einige Tage stationär aufnehmen und ihren Stoffwechsel überwachen. In enger Zusammenarbeit mit der hauseigenen Diabetesambulanz werden die Blutzuckerwerte eingestellt und anschließend im niedergelassenen Bereich bis zur Geburt regelmäßig kontrolliert.

Ein weiteres Gesundheitsproblem, das während der Schwangerschaft auftreten kann, ist Bluthochdruck oder Hypertonie. Welche Risiken bringt Bluthochdruck in der Schwangerschaft mit sich?


Im Rahmen des Erstsemester-Screenings wird unter anderem ein Risiko zur Entwicklung eines Bluthochdruckes und einer Präeklampsie berechnet. Wird ein erhöhtes Risiko festgestellt, kann dies unbehandelt weitreichende Folgen für die Schwangere und ihr Kind haben. Die Patientin erhält nach Feststellung eines erhöhten Risikos täglich Thrombo ASS 150mg und kann somit mit 80 % verhindern, dass sie einen Bluthochdruck oder eine Präeklampsie entwickelt.

Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte können während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) und zu einer vorzeitigen Plazentaablösung führen. Die Entwicklung des Kindes kann beeinträchtigt sein. Mögliche Folgen sind eine Frühgeburt oder die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts.

Und auch hier gilt: Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist ein Indikator für ein erhöhtes Risiko der Frau, später im Leben dauerhaft an Bluthochdruck zu erkranken. Deshalb ist es wichtig, die Zeit der Schwangerschaft zu nutzen, um mit diesem Wissen einen dauerhaft gesunden Lebensstil zu führen.

Wie werden schwangere Frauen mit Bluthochdruck am BKH Schwaz begleitet?


Wird erst nach der 20. Schwangerschaftswoche ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie festgestellt (da kein First Trimester Screening durchgeführt wurde), wird die Schwangerschaft engmaschiger überwacht und bei steigenden Blutdruckwerten eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Zur Einstellung nehmen wir die Frauen auch bei Notwendigkeit stationär zur 24-Stunden-Überwachung auf. Die Frauen führen dann noch 6 Wochen nach der Entbindung ein Bluthochdruckprotoll, um festzustellen, ob sich der Blutdruck wieder reguliert.


Welche Rolle spielt ein gesunder Lebensstil beim Schwangerschaftsdiabetes?


Eine sehr große. Wir empfehlen den Frauen eine kohlenhydratarme Ernährung mit viel Gemüse und Ballaststoffen und wenig Zucker. Auch wenn sich der Diabetes nach der Schwangerschaft wieder zurückbildet, ist ein gesunder Lebensstil mit bewusster Ernährung und viel Bewegung ein zentrales Element, um einer möglichen späteren Erkrankung an Diabetes Typ 2 vorzubeugen.


Gibt es spezielle Empfehlungen für schwangere Frauen mit Bluthochdruck?


Frauen mit Bluthochdruck wird empfohlen, sich regelmäßig zu bewegen und mehr Ausdauersport zu betreiben sowie versuchen ein Normalgewicht zu halten oder zu erreichen. Außerdem ist eine cholesterinarme Ernährung sehr wichtig. Mediterrane Kost mit viel Gemüse ist hier besonders geeignet.


Dr. Karin Jeggle-Riha

PriM. Dr. Karin Jeggle-RiHA

Prim. Dr. Karin Jeggle-Riha ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Vorstand der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am BKH Schwaz. Sie ist zertifizierte Expertin für Pränatal-Diagnostik nach ÖGUM Stufe II für First und Second Semester Screening FMF.

 
Die Hebammengeburt am Krankenhaus Schwaz - fünf Fragen an das Hebammenteam

Die Hebammengeburt am Krankenhaus Schwaz - fünf Fragen an das Hebammenteam

24.02.2022, BKH Schwaz

Hebammengeburt ist eine Geburt ganz ohne Arzt, nur mit Hebamme. Im Krankenhaus Schwaz können Frauen ihre Kinder in ganz intimer Atmosphäre entbinden.

Was ist eine Hebammengeburt und wie läuft diese ab?
Eine Hebammengeburt bedeutet, dass die Geburt des Kindes ausschließlich durch eine Hebamme begleitet wird. Dieses besondere Angebot verbindet also das natürliche und intime einer Geburt mit der Sicherheit medizinisch rundum versorgt zu sein. Fachärzte sind rund um die Uhr vor Ort und können bei Bedarf jederzeit hinzugezogen werden.

Was sind die Vorteile einer Hebammengeburt?
Die Hebammengeburt bietet die Möglichkeit in einer ruhigen, familiären Atmosphäre zu gebären. Die Hebammen fördern die Physiologie der Geburt und begleiten die werdenden Eltern mit Rat und Tat auf ihrem Weg durch den Geburtsprozess. Sie bieten individuell angepasste Möglichkeiten zur Schmerzlinderung wie Massage, Akupunktur, Aromatherapie, Atemtechniken, unterschiedliche Positionen und bei Bedarf auch medikamentösen Schmerztherapie. Die Natürlichkeit der Geburt wird in den Mittelpunkt gestellt und ein geschützter, sicherer Rahmen geboten.

Kann ich meine Wunschhebamme zur Geburt mitbringen?
Leider gibt es bei uns in Tirol kein Belegsystem. Das bedeutet, dass in den Krankenhäuser fix angestellte Hebammen vor Ort sind und die werdenden Eltern kein externes Personal mitnehmen können. Jedoch kann durch verschiedenes Angebot, wie Akupunktur in der Schwangerschaft, Kontrollen, Geburtsvorbereitungskurse, Kreißsaalführungen oder auch bei der Geburtsanmeldung im Krankenhaus Kontakt zu den angestellten Hebammen aufgenommen werden.

Wie lange muss man nach der Hebammengeburt im Krankenhaus bleiben?
Nach einer Hebammengeburt ohne weitere Komplikationen ist eine ambulante Entlassung, sprich circa 6 bis 8 Stunden nach der Geburt, mit der Bestätigung einer nachbetreuenden Hebamme möglich. Der Großteil der Frauen bleibt jedoch meistens im Durchschnitt ungefähr 3 bis 4 Tage auf der Wochenbettstation, wo die frischgebackene Mutter unterstützt wird.

Wie läuft die Nachbetreuung durch die Hebammen im Krankenhaus?
Im Oktober 2021 wurde bei uns im BKH Schwaz das Pilot-Projekt „Hebammenvisite“ gestartet. Das bedeutet: einmal täglich werden Wöchnerinnen und Neugeborene von einer Hebamme visitiert. Die Hebamme überprüft die Rückbildung der Gebärmutter und den Wochenbettverlauf. Bei Bedarf wird auch Akupunktur, eine Bauchmassage, sowie Kreislauf anregendes oder sonstige individuelle Betreuung angeboten. Die Hebammenvisite ist auch eine Möglichkeit für die Frauen die Geburt nach zu besprechen. Ansonsten beantwortet die Hebamme einfach angefallene und noch offene Fragen.


Schrauben aus Knochen reduzieren Schmerzen und Infektionsrisiko

Schrauben aus Knochen reduzieren Schmerzen und Infektionsrisiko

29.09.2021, red

Knochenschrauben Shark Screw wird im BKH Schwaz bei Knochenbrüchen, Arthrose, Fehlstellungen und anderen orthopädischen Leiden eingesetzt.

Über 170 Millionen Metallschrauben werden jährlich bei Operationen am menschlichen Körper verwendet. Die meisten dieser Fremdkörper müssen in einer aufwendigen, zweiten Operation wieder entfernt werden, was zusätzliche Komplikationen und Schmerzen für Patienten verursacht. Um dieses Problem zu umgehen, setzt man im BKH Schwaz auf einen innovativen Lösungsansatz mit einer Schraube aus menschlichem Spenderknochen. Vorteil dieser Shark Screw® ist, dass sie vollständig vom Körper angenommen und in eigenen Knochen umgebaut wird, sodass diese nicht erneut entnommen werden muss und zu keinen Reizungen oder anderen Komplikationen führt. Auch für das Gesundheitssystem bringt die Knochenschraube Vorteile mit sich, da sich die Patienten keiner weiteren Operation unterziehen müssen und Krankenstände verkürzt werden. Dank des humanen (menschlichen) Materials, ermöglicht die Schraube bei Knochenbrüchen, Arthrose, Fehlstellungen und anderen orthopädischen Leiden einen natürlichen Heilungsweg. Im Bezirkskrankenhaus Schwaz wird die Knochenschraube bereits erfolgreich eingesetzt.

Bereits 350 PatientInnen in Schwaz mit Knochenschraube versorgt
Ein überzeugter Anwender der Shark Screw® ist Prim. Dr. Markus Reichkendler, Ärztlicher Leiter für Orthopädie und Traumatologie im Bezirkskrankenhaus Schwaz. „Nach anfänglicher Skepsis hat mich die Knochenschraube schnell überzeugt. Angefangen in der Hallux Valgus Chirurgie entwickelten wir die Anwendung der Knochenschraube weiter und konnten so den Einsatzbereich sukzessive ausweiten“, erklärt Prim. Dr. Reichkendler die Anfänge. Prim. Dr. Reichkendler ist ein Anwender der ersten Stunde. Gemeinsam mit seinem Team setzt er alles Erdenkliche in Bewegung, um für seine Patienten das Bestmögliche herauszuholen. Seit vier Jahren arbeiten Prim. Dr. Reichkendler und sein Team im BKH Schwaz nun erfolgreich mit der Knochenschraube. Inzwischen wurden rund 350 PatientInnen mit der Knochenschraube versorgt.

Keine Folge-OP mehr notwendig

Hauptgrund für den Umstieg war die Tatsache, dass die biologische Knochenschraube mit der Zeit in körpereigenen Knochen umgebaut wird und so nicht wieder entnommen werden muss. „Für die Behandlung von Knochenbrüchen sind seit Jahrzehnten Metallschrauben und Platten im Einsatz. Durch die bis dato notwendige Entfernung der Hilfsmittel besteht die Gefahr einer Infektion, darüber hinaus führt der erneute operative Eingriff in den meisten Fällen zu zusätzlichen, mühsamen Krankenständen“, erklärt Primar Dr. Markus Reichkendler. Patienten, die hingegen mit Knochenschrauben versorgt werden, ersparen sich diese zweite Operation zur Metallentfernung und können so schneller wieder in ihren Lebensalltag zurückkehren. „Der sterilisierte, humane Spenderknochen wird vom Körper als arteigene Knochenmatrix erkannt, von eigenen Knochenzellen besiedelt und so in eigenen Knochen umgebaut“, beschreibt Reichkendler den Prozess. Die menschliche Knochenschraube unterliegt also dem natürlichen Knochenumbauprozess und Knochenstoffwechsel und ist bereits nach circa einem Jahr im Röntgen nicht mehr zu sehen (siehe Bild). „Diesen natürlichen Prozess nennt man Knochenremodeling. Dieser passiert bei uns Menschen rund um die Uhr, so wird unser Knochen circa alle 7 Jahre natürlich komplett ab und neu aufgebaut“, so der Experte weiter.

Weniger Schmerzen und weniger Infektionsrisiko
Durch diese schonende OP-Technik und die fehlende Metallentfernung führt die Verwendung der Shark Screw® zu einer erheblichen Schmerzlinderung, einer Reduktion von Infektrisiken und einer gesteigerten Lebensqualität. Die Resonanz der Patienten ist durchwegs positiv.Mittlerweile wird die Knochenschraube im BKH Schwaz neben dem Hallux Valgus auch bei Handarthrosen und -frakturen, in der Fuß/Rückfußchrirugie (z.B. Fersenbeinfrakturen, Plattfuß), der Knierefixation von Knorpel-Knochen-Abrissfrakturen und bei Knöchelfrakturen eingesetzt. Auch bei nicht verheilenden Frakturen findet die Schraube immer häufiger Einsatz: „Es war mein Ziel, die Versorgung einer der komplikationsträchtigsten Frakturen, nämlich der Fersenbeinfrakturen, mit Shark Screw® durchzuführen, was uns in meiner Abteilung nun seit gut einem Jahr gelungen ist. Den Erfolg der Shark Screw® sehen wir auch bei der Behandlung von nicht verheilten Kahnbeinfrakturen des Handgelenkes. Hier ist Dank der Knochenschraube eine minimalinvasive Technik möglich und zusätzlich wird keine Knochenentnahme am Beckenkamm des Patienten nötig“, so Dr. Reichkendler.

Bild: Röngtenaufnahmen zeigen die Veränderung über die Monate. (c) Shark Screw/Firma Surgebright Gmbh

Prim. Dr. Reichkendler

Prim. Dr. Markus Reichkendler

Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie
FA für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
FA für Unfallchirurgie

 
Krampfadern: Antworten auf die häufigsten Fragen

Krampfadern: Antworten auf die häufigsten Fragen

16.04.2019, BKH Schwaz

Gefäßexperte Dr. Rüdiger Seiler beantwortet die häufigsten Fragen zu Krampfadern.

Varizen – auch als Krampfadern bekannt – sind die häufigsten Gefäßerkrankungen überhaupt. Sie reichen von kosmetischen Störfaktoren bis hin zu ausgeprägten Krankheitsbildern, die ein großes gesundheitliches Risiko darstellen können. OA Dr. Rüdiger Seiler leitet den Gefäßschwerpunkt am Bezirkskrankenhaus Schwaz. Im Ambulanzalltag stellt Dr. Seiler Diagnosen, klärt über den Krankheitsverlauf auf und beantwortet die Fragen seiner Patientinnen und Patienten. 

Im Frühjahr 2019 hat er im Rahmen der Vortragsreihe „Treffpunkt gsund“ zu Varizen informiert und viele Fragen beantwortet. Gefäßexperte Seiler hat die am häufigsten gestellten Fragen für unseren Blog zusammengefasst.

WAS SIND EIGENTLICH KRAMPFADERN?

Dr. Seiler: Wenn Venen sich dehnen und die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, dann verändern sich Venen sackartig oder bilden eine Art Knoten oder Knäuel. Diese sind meist gut sichtbar und vor allem gut tastbar. Das passiert, wenn Venenklappen nicht mehr richtig funktionieren und der Blutfluss gestört und gestaut wird. Meistens sind davon die unteren Extremitäten, also Ober- und Unterschenkel, betroffen. Dabei können gewebsschädigende Substanzen aus dem Gefäß gepresst werden, die zuerst zu einer Verfärbung und anschließend zur Schädigung der Haut und des Gewebes führen können, was in der Fachsprache dann Ulcus genannt wird. Mit Krämpfen, wie die umgangssprachliche Bezeichnung „Krampfadern“ vermuten lassen würde, hat die Erkrankung nichts zu tun. Diese Bezeichnung ist in der Sprachentwicklung aus dem althochdeutschen Wort „Krummadern“ entstanden.

WAS SIND TYPISCHE BESCHWERDEN?

Dr. Seiler: Typische Anzeichen sind zum Beispiel ein Schweregefühl in den Beinen oder abendliche Schmerzen in den unteren Extremitäten. Manchmal entstehen Schwellungen, Patienten klagen auch über Juckreiz, lokalen Druckschmerz oder nächtliche Wadenkrämpfe. Und dann gibt es natürlich die optischen Veränderungen, das typische Bild der sichtbaren Krampfadern, Hautveränderungen oder sogar offene Hautstellen wie beim offenen Bein, auch Ulcus cruris genannt. Bei diesen Symptomen empfehle ich unbedingt eine medizinische Abklärung.

WIE HÄUFIG SIND KRAMPFADERN?

Dr. Seiler: Sehr häufig, ich kann das vielleicht mit Zahlen veranschaulichen: 34% der Frauen und 28% der Männer leiden an einer behandlungsbedürftigen Varikose. Also keinen „Schönheitsfehlern“, sondern einer fortgeschrittenen Erkrankung mit Therapiebedarf, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

HANDELT ES SICH UM EINE REINE WOHLSTANDSERKRANKUNG?

Dr. Seiler: Das kann man wohl so nicht sagen, bereits etwa 400 v. Chr. hat Hippokrates das Krankheitsbild dokumentiert. Allerdings begünstigt unser moderner Lebensstil diese Venenerkrankung – viele sitzende und stehende Tätigkeiten, Bewegungsmangel und auch Übergewicht tragen zur Venenschädigung bei.

WARUM BEKOMMT MAN KRAMPFADERN – SIND DIE GENE SCHULD?

Dr. Seiler: Zu den Risikofaktoren für Varizen zählt auch eine genetische Komponente, aber nicht nur. Es gibt familiäre Häufungen, außerdem steigt das Risiko mit dem höheren Lebensalter, Schwangerschaften und Übergewicht. Ursachen sind oft in Grunderkrankungen wie Gelenksarthrosen, Gefäßerkrankungen wie pAVK, also der so genannten „Schaufensterkrankheit“, sowie Muskel- oder Nervenerkrankungen zu finden. Insgesamt sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Die Einnahme der Pille spielt in Bezug auf Varikositas allerdings keine Rolle.

WIE HÄNGEN SCHWANGERSCHAFT UND DIE ENTSTEHUNG VON KRAMPFADERN ZUSAMMEN?

Dr. Seiler: Das liegt einerseits an den hormonellen Verschiebungen während der Schwangerschaft, aber auch an der Kompression durch die Gebärmutter und der Gewichtszunahme. In diesem Zusammenhang gibt es für die Venengesundheit in der Schwangerschaft ein paar Empfehlungen, z.B. Kompressionstherapie – also Stützstrümpfe – oder auch venenschonendes Verhalten wie zum Beispiel das Hochlagern der Beine, die Empfehlung zum Liegen und Gehen an statt zu sitzen und zu stehen. Auch die Ernährung bzw. das Gewicht gilt es im Falle einer Venenveränderung im Auge zu behalten.

KÖNNEN SICH VARIZEN VON ALLEINE ZURÜCKBILDEN?

Dr. Seiler: Teilweise. Zum Beispiel bilden sich zwei Drittel der Varizen, die im Rahmen einer Schwangerschaft entstehen auch von selber wieder zurück. Wir sehen auch, dass sich bei adipösen Patienten das Beschwerdebild verbessert, wenn das Körpergewicht reduziert wird. Aber degenerativ veränderte Venen, die in ihrer Struktur geschädigt sind, können sich nicht regenerieren.

KANN MAN KRAMPFADERN VORBEUGEN?

Dr. Seiler: Bis zu einem gewissen Grad durchaus. Nochmal der Grundsatz: Gehen und Liegen ist besser als Sitzen und Stehen. Gymnastik, die die Muskelpumpe aktiviert, wirkt präventiv und besonders geeignete Sportarten zur Prophylaxe sind Walken, Wandern und Schwimmen.

WIE WERDEN KRAMPFADERN BEHANDELT?

Dr. Seiler: In der Behandlung unterscheiden wir die konservative von der invasiven Therapie. Konservative Maßnahmen umfassen einerseits den Lebensstil, also Gewicht, Gymnastik und Bewegung, andererseits gibt es auch Medikamente oder auch Kompressionstherapie, also Strümpfe. Hier empfehle ich die Klasse II. Die invasive Therapie, also die chirurgischen Verfahren, werden je nach Art und Ausprägung der Varizen individuell empfohlen. Eine Möglichkeit sind klassische OP-Methoden wie die „Stripping OP“, bei speziellen Indikationen kommen aber auch Laserobliterationen und endoskopische Verfahren zum Einsatz. In manchen Fällen ist auch eine Schaumsklerosierung möglich. Diese wird mittels Ultraschall gezielt und ohne Narkose durchgeführt, weshalb diese Technik besonders für ältere und durch Mehrfacherkrankungen betroffene Patienten geeignet ist, denen eine Operation mit Allgemeinnarkose nicht mehr zugemutet werden kann. Oft sind mehrere Behandlungen erforderlich, um die venöse Abflussstörung zu beheben. Je nach Therapie kann die Behandlung im BKH Schwaz übrigens inzwischen auch tagesklinisch durchgeführt werden.

KÖNNEN KRAMPFADERN WIEDER KOMMEN?

Dr. Seiler: Hier muss ich leider sagen: JA. Es gibt wenig aussagekräftige Zahlen zu dieser Frage, aber je nach Form, Ausprägung und Behandlungsart liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient nach einer Operation innerhalb von fünf Jahren eine weitere Therapie braucht, zwischen 17 und 38 Prozent. Wir können natürlich auch immer nur vorhandene Varizen behandeln. Wenn man zu Krampfadern neigt können sich aber wieder an anderen Schwachstellen neue Krampfadern ausbilden.

Links

Gefäßschwerpunk am BKH Schwaz 
www.gesundheit.gv.at

Experte:

OA Mag. Dr. Rüdiger Seiler

OA Mag. Dr. Rüdiger Seiler

Leiter der Gefäßambulanz 
FA für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie

 
DIABETES: WENN WUNDEN NICHT HEILEN

DIABETES: WENN WUNDEN NICHT HEILEN

25.09.2018, BKH Schwaz

Zeigt her eure Füße: Menschen mit Diabetes sind häufig von Begleiterkrankungen betroffen, wie dem „diabetischen Fußsyndrom“. Dabei wird die Wundheilung oft zur Geduldsprobe. Speziell geschulte Pflegekräfte spielen hier in der Wundversorgung eine wichtige Rolle und stehen den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite.

DAS LEIDEN MIT DEM ZUCKER
„Nein danke, ich hab‘ Zucker“, lehnen viele Menschen den Kuchen zum Kaffee ab. Umgangssprachlich wird damit die Stoffwechselerkrankung Diabetes thematisiert. Der Diabetes mellitus Typ 2 ist die häufigste Diabeteserkrankung, meist verursacht durch den Lebensstil (Übergewicht, Bluthochdruck, Ernährung) – im Gegensatz zum genetisch bedingten Diabetes Typ1.

In Österreich sind insgesamt rund. 600.000 Personen betroffen. Die Stoffwechselerkrankung kann die Gefäße, Nieren, Netzhaut und Nerven schädigen. Es ist bekannt, dass Betroffene eine Risikogruppe für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen sind. Sehr weit verbreitet ist aber auch das „diabetische Fußsyndrom“ (DFS).

DIABETISCHES FUßSYNDROM
„Mehr als die Hälfte der Diabetiker ist von einer Nervenstörung betroffen, die das Schmerzempfinden stört“, erklärt Experte Univ.-Doz. Dr. Hannes Gänzer, Primar der Abteilung für Innere Medizin am BKH Schwaz. „Darin lauert die Gefahr, dass Wunden oder Geschwüre an den Füßen entstehen, die nicht bemerkt werden. Werden diese Wunden chronisch, können sich Keime, Bakterien oder Pilze einnisten, was den Heilungsprozess erschwert“. Auch Gefäßerkrankungen können das DFS verursachen: Wenn der Blutfluss sich verschlechtert und zu wenig Sauerstoff transportiert wird, beginnt das Gewebe abzusterben (nekrotisieren).
Werden solche Wunden nicht oder nicht rechtzeitig behandelt, kann das zu einer Amputation führen. In den letzten Jahren ist die Zahl der notwendigen Amputationen jedoch stark gesunken.

Neben der interdisziplinären Betreuung und einer eigenen Diabetesambulanz gibt es am BKH Schwaz speziell geschulte Pflegekräfte, welche an Diabetes erkrankte Personen im Umgang mit ihrer Erkrankung anleiten und schulen. PatientInnen mit bereits bestehenden Wunden werden am BKH Schwaz von sogenannten WundmanagerInnen betreut.

VORBEUGEN BESONDERS WICHTIG: DIE TIPPS DER PFLEGEEXPERTEN
„Wunden vermeiden, das ist die oberste Regel“, so bringt es Pflegeexperte DGKP Johannes Pockstaller (Wundmanager) auf den Punkt. „Beim diabetischen Fußsyndrom ist der Heilungsprozess oft sehr langwierig. Mit der richtigen Vorsorge lassen sich viele Behandlungen und Schmerzen vermeiden“. Dabei spielt nicht nur die medizinische Vorsorge wie die jährliche Kontrolle in einer Diabetesambulanz oder bei einem Neurologen eine Rolle – Erkrankte können auch selbst sehr viel für ihre Gesundheit tun.

Durch das verminderte Schmerzempfinden braucht es eine verstärkte optische Kontrolle der Füße und Sohlen. So können Rötungen und Schwellungen frühzeitig entdeckt werden. Barfuß gehen, vor allem in Schwimmbädern, sollte vermieden werden. Eine tägliche Fußgymnastik mit Wippen, Anziehen und Strecken der Zehen fördert die Durchblutung.

Druckstellen, die oft lang unbemerkt bleiben, entstehen oft durch falsches Schuhwerk oder eine Fehlbelastung, manchmal sogar durch zu enge, einschneidende Socken. Neue Schuhe sollten langsam eingegangen werden und die Füße regelmäßig auf Blasen und Druckstellen kontrolliert werden“, so Oberhofer. „Auch die Schuhe müssen auf kaputte Stellen und Fremdkörper kontrolliert werden. Weichbettungseinladen vom Orthopädieschuhmacher dienen als Prophylaxe, orthopädische Maßschuhe können bei Fußfehlstellungen helfen“.

Ein großer Bereich in der Vorsorge ist die Körperpflege. Es beginnt damit, dass die Füße und Zehenzwischenräume nach jedem Wasserkontakt gründlich getrocknet werden. Zur Hautpflege sollten keine Parfum- oder Alkoholhaltigen Produkte verwendet werden. „Oft wird Ringelblumensalbe verwendet, allerdings hat diese ein hohes Allergiepotenzial“, raten die Experten ab. Creme in „Schaumform“ ist hier die Empfehlung.

„Es ist wichtig, dass Patienten keine spitzen oder scharfen Gegenstände zur Nagel- und Fußpflege verwenden. Am besten feilt man die Nägel, auch professionelle medizinische Fußpflege ist ratsam“, empfiehlt Pockstaller. „Warzen oder Hühneraugen sollten Diabetiker nicht selbst entfernen, sondern professionell behandeln lassen“. Grundsätzlich gilt es natürlich, auf die Ernährung zu achten, nicht zu Rauchen und regelmäßig Blutzuckerkontrollen durchzuführen.

Link: Diabetesambulanz am BKH Schwaz

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Tag der Händehygiene

Tag der Händehygiene

15.05.2018, BKH Schwaz

Anfang Mai steht im Krankenhaus Schwaz ein Tag immer ganz im Zeichen der Händehygiene. Ein wichtiges Thema, denn gerade in Krankenhäusern kann die Übertragung von Keimen gefährlich sein. Wie wichtig ist die richtige Hygiene aber im Haushalt? Die Mitarbeiter:innen des BKH Schwaz geben Auskunft.

HÄNDEDESINFEKTION
„In Krankenhäusern gibt es strenge Hygienevorschiften und das hat seinen Grund“, so Anna Oberhofer, Hygienebeauftragte des BKH Schwaz. „Die Verbreitung von Keimen muss verhindert werden, um die größtmögliche Sicherheit für Patient:innen zu gewährleisten.“ Schulungen, regelmäßige Kontrollen und ein professionelles Qualitätsmanagement gehören deshalb zum Krankenhausalltag.

Privat muss man es im Regelfall nicht ganz so streng nehmen. Desinfektionsmittel sind im Haushalt normalerweise nicht notwendig. Einfache Regeln wie getrennte Schwämme für Geschirr und Arbeitsflächen und das regelmäßige Austauschen von Hand- und Geschirrtüchern sind hier die Empfehlungen der Experten. Ausnahme: Ein Familienmitglied erkrankt an einer Infektionskrankheit. „Bei hochansteckenden Krankheiten, beispielsweise Magen-Darm-Infekten, ist es dann schon sinnvoll, zusätzlich zu Wasser und Seife auch ein Desinfektionsmittel für Hände, Türklinken und die Sanitäranlagen zu verwenden“, empfiehlt Oberhofer.

HYGIENE BEUGT ANSTECKUNGEN VOR
Es klingt banal, aber durch regelmäßiges und richtiges Händewaschen (20-30 Sekunden mit Wasser und Seife), lassen sich Ansteckungen tatsächlich vermeiden: „Gerade die Übertragung von Viren bei Erkältungen lässt sich durch Händehygiene deutlich eindämmen“, weiß die Hygienebeauftrage des BKH Schwaz. 

Weitere Tipps: Taschentücher gleich entsorgen und nicht in die Handflächen Husten (besser in die Armbeuge). In der Hochsaison von Grippe und Co ist es außerdem ratsam, auf das Händeschütteln bei der Begrüßung zu verzichten.

Infos zum Thema auch unter:
Aktion Saubere Hände  

Händehygiene im Krankenhaus

Krankenhaushygiene im BKH Schwaz

Prim. Dr. Reichkendler

DGKP Anna Oberhofer

Hygienebeauftragte des BKH Schwaz

 
HOCHSAISION: NICHT NUR AUF DER PISTE, AUCH IN DER NOTAUFNAHME

HOCHSAISION: NICHT NUR AUF DER PISTE, AUCH IN DER NOTAUFNAHME

09.02.2018, BKH Schwaz

Treffen gute Schneeverhältnisse und Sonnenschein mit Ferientagen zusammen, dann wird es voll auf Tirols Skipisten. Doch nicht nur auf den Pisten, nein, leider auch in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Wie sich das BKH Schwaz jedes Jahr auf die verunfallten Wintersportler vorbereitet, welche Ausrüstung vor schweren Verletzungen schützt und wie manche Unfälle vermeidbar wären, darüber spricht Prim. Dr. Markus Reichkendler, Leiter der Abteilung Orthopädie und Traumatologie, in unserem Blog.

Der Materialverbrauch in der Versorgung ist beeindruckend – rund 25 Kilometer Gipsbinden werden in der Wintersaison „vergipst“.

25 KILOMETER GIPSBINDEN
Als Bezirkskrankenhaus in einer Tourismusregion ist das BKH Schwaz auf verunfallte Wintersportler vorbereitet. Personal- und OP-Kapazitäten wurden im Laufe der Jahre darauf eingestellt: „Von Saisonstart bis Ostern haben wir ein zusätzliches Anästhesie-Team im Einsatz, in der Hochsaison zwischen Weihnachten und Dreikönig finden kaum geplante Operationen statt und die OP-Zeiten weiten wir bis in die Abendstunden aus“, beschreibt Prim. Dr. Markus Reichkendler die organisatorischen Maßnahmen.Aus dem Skischuh ins Gipsbein: Der Materialverbrauch in der Versorgung ist beeindruckend – rund 25 Kilometer Gipsbinden werden in der Wintersaison „vergipst“.

„Am häufigsten operieren wir Frakturen an den unteren Extremitäten, also Oberschenkelhals- und Schaftfrakturen, Schienbeinkopf- und Unterschenkelbrüche“, so der Experte. „Bei Snowboardern sind zusätzlich die Oberarme und das Schlüsselbein mehr gefährdet. Aufgrund der tollen Schneeverhältnisse wurden heuer bislang glücklicherweise weniger „schwere“ Verletzungen eingeliefert.“

WINTER IST NICHT GLEICH WINTER
Die Schneeverhältnisse spielen also nicht nur für die Liftbetreiber eine Rolle, sie sind auch für die Ärzte von Bedeutung: „Harte Pisten und Kunstschnee beeinflussen die Verletzungsmuster bei Stürzen“, weiß Dr. Reichkendler. „Ohne Schnee sind alte Baumstümpfe bei Stürzen über den Pistenrand plötzlich eine viel größere Gefahr, so wie das Verletzungsrisiko bei Stürzen auf der Eis-Piste größer ist als auf einer ‚weichen‘ Piste. Letztes Jahr war ein sehr schneearmer Winter, da hatten wir deutlich mehr Rippenbrüche und Lungenblutungen als heuer.“ Auch Wirbelsäulenverletzungen (diese werden an der Univ.-Klinik für Unfallchirurgie Innsbruck operativ versorgt) sind bei guter Schneelage seltener.

AUSRÜSTUNG UND RISIKOVERMEIDUNG
Neben gut eingestellten Skiern und Schuhen gehören auch Sturzhelme inzwischen zur Standardausrüstung der Wintersportler. Und das ist auch gut so, bestätigt der Unfallchirurg: „Schwere Schädelverletzungen, auch mit tödlichem Ausgang, kamen früher häufiger vor. Die Verwendung des Helms in der breiten Masse hat das statistisch betrachtet deutlich reduziert – schwere Schädel-Hirn-Traumata sind selten geworden.“

Das würden sich die Experten auch für Wirbelsäulenverletzungen wünschen. Rückenprotektoren sind zwar inzwischen auch für Freizeitsportler erschwinglich, haben sich aber noch nicht so etabliert wie der Ski-Helm. „Aus ärztlicher Sicht wäre es sehr wünschenswert, wenn sich auch die Rückenprotektoren durchsetzen, da sie das Risiko für gewisse Verletzungen verringern können. Rückenverletzungen sind leider oft auch viel langwieriger in der Genesung als ein ‚Arm- oder Beinbruch‘. Monatelanger Arbeitsausfall, Therapien und die Gefahr chronischer Schmerzen – die Folgen sind nicht nur für Betroffene extrem. Auch manche Belastungen für das Gesundheitssystem wären dadurch vermeidbar“.

Am meisten Verletzte werden übrigens nachmittags in die Notaufnahme eingeliefert. Nicht, weil dann mehr Menschen Schifahren, sondern weil viele dann schon müde sind. „Müdigkeit und Erschöpfung erhöhen das Unfallrisiko“, Prim. Markus Reichkendler empfiehlt deshalb, sich körperlich schon vor dem ersten Schnee eine gewisse Grundkondition und Koordination aufzubauen und es langsam anzugehen. “Lieber einen Schipass nicht bis zur letzten Bergfahrt ausnutzen und dafür unverletzt runter vom Berg“. Alkohol wird leider auf der Piste auch oft unterschätzt und sollte deshalb immer erst konsumiert werden, wenn die „Bretter“ abgeschnallt sind. Nicht umsonst heißt es ja „Aprés Ski“.

Zum Start der Semesterferien wünscht das Team des BKH Schwaz viel Spaß beim Sport im Schnee und ein möglichst unfallfreies Saison-Finale!

https://www.kh-schwaz.at/de/teams-experten/orthopaedie-traumatologie

https://www.kh-schwaz.at

https://www.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=standorte/landeskrankenhaus-innsbruck

Experte:

Prim. Dr. Reichkendler

Prim. Dr. Markus Reichkendler

Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie
FA für Orthopädie und orthopädische Chirurgie
FA für Unfallchirurgie

 
Hilfe – ich muss in den MR!

Hilfe – ich muss in den MR!

05.01.2018, BKH Schwaz

Wer zum ersten Mal eine Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie genannt) durchführen lassen muss, ist oft verunsichert. Dazu besteht kein Grund. Die wichtigsten Fakten.

Magnetresonanztomographie – das klingt für viele sehr bedrohlich. Dabei ist ein MRT absolut schmerz- und nebenwirkungsfrei. Die Methode kommt ganz ohne Röntgenstrahlung aus – das Bild entsteht durch Magnetismus. „So können besonders gut innere Organe, Sehnen, Bänder, Muskelgewebe oder auch Nerven und Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Auch zum Aufspüren von Tumoren eignet sich die MRT“, erklärt Clemens Lottersberger, Primar der Abteilung für Radiologie am BKH Schwaz.

Das Verfahren ist für fast alle PatientInnen geeignet, auch für Kinder und in der Spätschwangerschaft. Einzig PatientInnen mit Herzschrittmacher oder Metallsplittern im Körper dürfen nicht in ein MR-Gerät, Herzschrittmacher werden durch das Magnetfeld in ihrer Funktion gestört und metallische Fremdkörper könnten sehr heiß werden oder sich sogar bewegen und somit gegebenenfalls zu Verletzungen führen.

Ablauf
Der Magnetresonanztomograph (MR) arbeitet mit sehr starken Magnetfeldern. Aus diesem Grund müssen alle Gegenstände aus Metall vor der Untersuchung abgelegt werden (Schmuck, Piercings, Zahnspangen, Brillen etc.). Die/der PatientIn nimmt auf der Liege Platz und wird dann langsam in eine Röhre geschoben. Klaustrophobische PatientInnen bekommen auf Wunsch ein Beruhigungsmittel.

Da der MR bei den unterschiedlichen Sequenzen unterschiedliche Geräusche macht, die unter Umständen recht laut sein können, bekommt die/der PatientIn auch Ohrstöpsel und einen Kopfhörer. Die Dauer der Untersuchung variiert – je nach zu untersuchender Region und Art der Untersuchung.

„Eine MR-Untersuchung ist absolut ungefährlich. Sollte es dennoch ein Problem geben, können unsere Patientinnen und Patienten mittels eines Notfallknopfs sofort Hilfe rufen. Unsere Radiologieassistenten sind immer nur wenige Schritte entfernt“, beruhigt Lottersberger. Also: Keine Angst vorm MRT!

Am Bezirkskrankenhaus Schwaz ist seit 1. September 2017 ein 1,5-Tesla-Magnetresonanztomograph im Einsatz.
Weitere Informationen zu unserer radiologischen Abteilung finden Sie HIER.


Vorstand der Abteilung für Radiologie

Prim. Dr. Clemens Lottersberger

Vorstand der Abteilung für Radiologie
FA für Radiologische Diagnostik

Institut für Radiologie
Telefonische Terminvergabe Montag - Freitag von 08:00 - 15:00 unter 0043 5242 600 3110

 
Brustkrebs: Vorsorge ernst nehmen

Brustkrebs: Vorsorge ernst nehmen

21.11.2017, BKH Schwaz

Rund 2.000 Mammographien führt das Team des BrustZentrums Schwaz im Rahmen der Brustkrebsvorsorge jährlich durch. Immer mehr Frauen nehmen das Angebot an.

Je früher die Krankheit erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Vielleicht ist es eine Freundin, eine Verwandte, die Cousine vom Freund des Schwagers oder betrifft es einen gar selbst? Brustkrebs kommt in jedem Lebenslauf auf die eine oder andere Art vor. Kein Wunder, denn es ist die häufigste Krebsart bei Frauen – rund jede 8. Frau erhält im Laufe ihres Lebens die erschreckende Diagnose Brustkrebs. Die Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen sind jedoch so gut wie noch nie, vor allem wenn die Möglichkeiten zur Vorsorge genutzt werden und die Krankheit früh erkannt wird.

Brustkrebsvorsorge: Angebote nutzen

„Immer mehr Frauen kommen zur Vorsorgemammographie, das zeigen zumindest die Zahlen in unserem Zentrum“, sagt Dr. Michaela Schwarzenbach-Anfang, Radiologin im BrustZentrum des Bezirkskrankenhaus Schwaz. Bei der Mammographie wird die Brust mittels Röntgentechnik untersucht. Bei Bedarf wird der Befund noch mit einer Ultraschalluntersuchung ergänzt. 

Das interdisziplinäre Team in Schwaz arbeitet nach internationalen Standards, wurde 2012 zertifiziertes Brustzentrum und wird regelmäßig evaluiert. Das BrustZentrum Schwaz ist Standort des bundesweiten Früherkennungsprogramms. Vorsorge beginnt für Dr. Schwarzenbach-Anfang aber schon daheim: „Regelmäßige frauenärztliche Kontrollen und vor allem auch die regelmäßige Selbstuntersuchung durch Abtasten sind die eigentlichen ersten Schritte in der Vorsorge. Veränderungen und Auffälligkeiten an der Brust sollte man immer abklären lassen“.

Diagnose: Brustkrebs
Rund 2.000 Mammographien im Rahmen der Vorsorge führen die Radiologen in Schwaz jährlich durch. In ca. 60 Fällen davon wird eine Krebserkrankung festgestellt. „Wir begleiten unsere Patientinnen und Patienten dann von der Diagnose, über die Therapie und darüber hinaus“, betont der Leiter des BrustZentrum, Gynäkologe und Chirurg Dr. Hannes Müller. Dabei arbeiten viele Fachrichtungen zusammen: Gynäkologen, Radiologen und Chirurgen bilden das Kernteam, Befunde werden aber auch mit Strahlentherapeuten und Pathologen besprochen. Die begleitende psychologische Betreuung, sowie Physio- und Ergotherapie sind ebenfalls sehr wichtig.

„Je nach Art und Stadium der Erkrankung wird dann ein Therapieplan erstellt. Meistens ist es ein Zusammenspiel aus Strahlentherapie, Chemo- oder Hormontherapie und dem chirurgischen Entfernen des Tumors“, so Dr. Müller weiter. „Oberstes Ziel ist dabei immer die Erhaltung oder der Wiederaufbau der Brust. Wir arbeiten dabei nicht nur mit Implantaten, sondern auch mit körpereigenem Gewebe aus dem Bauchnetz“. 

In Österreich wird dieses innovative chirurgische Verfahren noch selten praktiziert. Durch die Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen ExpertenDr. Michael Hubalek wird es im Bezirkskrankenhaus Schwaz jedoch regelmäßig durchgeführt.

Aufklärung in Pink
Bewusstseinsbildung aber auch Forschung in Sachen Brustkrebs werden international und auch in Österreich seit Jahrzehnten von verschiedenen Fachgesellschaften, der Krebshilfe und Initiativen wie der „Pink Ribbon“ vorangetrieben. Auch wurde ein breites Unterstützungsangebot für Betroffene, von denen knapp 1 Prozent übrigens Männer sind, aufgebaut. Weitere Information und Kontakte findet man zum Beispiel unter 

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Priv.-Doz. oA MAG. dr. Hannes müller

FA für Allgemein- und Viszeralchirurgie
FA für Gynäkologie und Geburtshilfe
Ärztlicher Leiter BrustZentrum
Genetischer Berater für familiäres Mamma- und Ovarialcarcinom

 
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OÄ Dr. Michaela Schwarzenbach-Anfang

STV. Vorstand der Abteilung für Radiologie
FÄ für Radiologische Diagnostik
Radiologin im BrustZentrum Schwaz

 
Vier Fragen an unsere Therapeutin Nicola Kruckenhauser

Vier Fragen an unsere Therapeutin Nicola Kruckenhauser

16.10.2017, BKH Schwaz

Als Therapeutin hilft Nicola den Patient:innen, ihren individuellen Alltag abhängig von ihrem Gesundheitszustand möglichst gut bewältigen zu können. Sie beantwortet uns vier Fragen zum Thema Bewegungsapparat und Rückenschmerzen.

1. Viele Menschen, die sitzende Tätigkeiten ausüben, klagen über Rückenschmerzen. Was können sie vorbeugend tun?
Man sollte seinen Arbeitsalltag möglichst dynamisch gestalten, auch wenn man den ganzen Tag sitzt. Also: Immer wieder aufstehen, die Sitzhaltung regelmäßig verändern, in den Pausen rausgehen und eine Runde im Freien drehen, etc. Beim Sitzen kann ein Sitzball Abwechslung bieten oder ein Schaumstoffkeil kann helfen, für eine bestimmte Zeit aufrecht zu sitzen. Wichtig ist das dynamische Sitzen! Den ganzen Tag stocksteif und gerade zu sitzen ist nicht gesund für den Rücken. In den Pausen sollte man die Gelegenheit nutzen, und draußen ein paar Schritte machen – gerade das Gehen auf unterschiedlichen Untergründen ist wichtig für die Rückenmuskulatur und die Balance.

2. Muss ich täglich Sport machen, um meinen Bewegungsapparat gesund zu erhalten?
Nein. Aber es ist wichtig, Bewegung in den Alltag einzubauen: die Treppe statt den Lift nehmen zum Beispiel, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit fahren statt mit dem Auto, etc. Sport muss aber dennoch sein: Drei bis fünf Stunden pro Woche lautet die Empfehlung. Ob das dann flottes Spazierengehen oder ein Berglauf ist, ist individuell unterschiedlich. Eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport wäre gut. Wie bei allem im Leben ist hier ein gesundes Mittelmaß am besten.

3. Welche Sportarten eignen sich am besten nach einem Bandscheibenvorfall?
Das hängt davon ab, ob konservativ behandelt oder operiert wurde. Nach einer Operation steht meist eine längere Sportpause an. Grundsätzlich gilt es, immer auf das Okay des Therapeuten zu warten, bis man wieder zu sporteln beginnt. Es hat sich gezeigt, dass am Anfang gehen am meisten bringt: barfuß, auf verschiedenen Untergründen, im Wasser. Ganz schlecht für die Bandscheiben sind Stop-and-Go-Sportarten wie Tennis, Basketball oder Fußball.

4. Es heißt immer, schwimmen sei besonders rückenschonend. Ich bekomme jedoch Nackenschmerzen. Was mache ich falsch?
Nackenschmerzen hängen meist mit der Schwimmtechnik zusammen. Wer beim Schwimmen den Nacken überstreckt, muss mit Schmerzen rechnen. Es lohnt sich, gerade zu Beginn mit einem Schwimmlehrer zu trainieren und die richtige Technik zu erlernen. Gut ist auch Rückenschwimmen – aber auch hier lässt man sich am besten von einem Schwimmtrainer anleiten. Wer mag, investiert in eine Poolnudel – die kann dann Nacken und Schultergürtel unterstützen und damit Schmerzen vermeiden.

Weitere Informationen zu unserer Therapie finden Sie HIER.

Fussballverletzungen - wenn das Knie schmerzt …

Fussballverletzungen - wenn das Knie schmerzt …

15.09.2017, BKH Schwaz

Während der Fußballsaison drohen immer wieder typische Sportverletzungen. Besonders empfindlich: das Knie. Sprinten, schnelles Abbremsen oder Drehbewegungen:

Fußballspieler:innen kennen das Risiko, sich beim Kicken zu verletzen. Gerade die Innenseite des Kniegelenkes ist besonders häufig betroffen, der Meniskus und das vordere Kreuzband sind besonders in Gefahr.

Gewisse Meniskusverletzungen und -risse kann man auch sehr gut konservativ behandeln. Sind die Beschwerden nach über 4 Wochen noch vorhanden, ist eine MRT-Untersuchung notwendig. „Nicht nur der Meniskus gehört zu den Schwachstellen der Kicker, Bandverletzungen sind ebenfalls häufig. Verletzungen an Seiten- und Kreuzbändern etwa.“, erklärt Dr. Clemens Burgstaller, Oberarzt an der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie des Bezirkskrankenhauses Schwaz. „Die gefürchtetste Verletzung ist die vordere Kreuzbandruptur, Verletzungen des hinteren Kreuzbandes sind beim Fußball eher selten, sondern passieren eher bei Stürzen auf das Knie, Verkehrsunfällen oder anderen Sportarten. Knieschmerzen könnten aber auch von Knorpelverletzungen oder Prellungen herrühren – diese sieht man gut im MRT.“

OP nicht immer notwendig
Was also tun bei Knieschmerzen, die sich nicht bessern? „Natürlich zum Arzt!“, rät der Experte, „Dieser wird erst eine Untersuchung machen, danach sind Röntgen und gegebenenfalls ein MRT notwendig. Dank des Röntgens erkennt man gleich, ob knöcherne Verletzungen vorliegen. Im MRT kann man - im Zusammenschau mit der Untersuchung – Schäden an Bändern und den Menisken feststellen.“

Ist die Diagnose gestellt, wird ein Therapieplan erarbeitet. Unter anderem wird die Frage geklärt, ob eine Operation notwendig ist. Bei einem kompletten vorderen Kreuzbandriss wird man eher eingreifen, um Dauerschäden zu vermeiden. Dann wird entweder sofort operiert (also kurz nach der Verletzung) oder nach einiger Zeit, sobald das Knie abgeschwollen ist.
Knieverletzungen sind nicht grundlos der Horror eines jeden Fußballers: Die Heilung dauert lang, „bei einer vorderen Kreuzbandruptur im schlimmsten Fall bis zu neun Monate“.

Besser vorsorgen als nachsorgen
Verhindern lassen sich solche Verletzungen durch ein gutes Training. Aufbau der Oberschenkelmuskulatur und koordinative Übungen sind unerlässlich. Die Empfehlung von Clemens Burgstaller, selbst Hobby-Kicker: „Das FIFA 11+ Programm ist ein komplettes Programm zum Aufwärmen und zur Verletzungsprophylaxe. Das würde ich jedem Fußballer ans Herz legen.“

Weitere Informationen zur Abteilung Orthopädie- und Traumatologie finden Sie HIER.

OA Dr. Clemens Burgstaller

OA Dr. Clemens Burgstaller
FA für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie
ÖÄK-Diplom für Sportmedizin und selbst begeisterter Fußballer und Trainer

Orthopädie & Traumatologie (Unfallchirurgie)
Telefonische Terminvergabe MO-FR 08:00 - 18:00 unter 0043 5242 600 2510

 
Sodbrennen – was tun?

Sodbrennen – was tun?

01.08.2017, BKH Schwaz

Sodbrennen (Reflux) ist ein häufiges Gesundheitsproblem. Doch die unangenehme Zivilisationskrankheit kann gut behandelt werden.

Sodbrennen oder auch fachsprachlich Reflux genannt, kennt fast jeder. Zu fettes oder zu viel Essen ist häufig die Ursache für das unangenehme Brennen in Brust und Rachen. Auch Übergewichtige und Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel haben oft unter Sodbrennen zu leiden. Die brennenden Schmerzen in Magen, Brust und Hals entstehen, weil der Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigt.

Hausmittel für gelegentliches Sodbrennen gibt es zuhauf: So heißt es etwa, dass z.B. Haferschleim das Brennen stoppt, auch milde Tees oder eine gekochte Kartoffel können Linderung bringen. Antazida aus der Apotheke neutralisieren die Magensäure, wirken aber nur für wenige Minuten. Protonenpumpenhemmer (PPI) hemmen die Produktion der Säure.

Wer ab und zu unter Sodbrennen leidet, ist mit diesen Mitteln gut beraten. Kommt Sodbrennen aber öfter als einmal pro Woche vor, spricht man von Refluxkrankheit – und deren Auslöser ist immer ein Zwerchfellbruch, der mit Medikamenten nicht beseitigt werden kann. Das Sodbrennen wird damit zur Krankheit. Schwerwiegende Entzündungen in der Speiseröhre, Geschwürsbildung, damit einhergehende Blutungen und in schweren Fällen sogar Speiseröhrenkrebs können die Folge sein. Häufig führt die Refluxerkrankung auch zu Heiserkeit und Lungenproblemen wie Asthma.

Medikamentöse Behandlung
Viele Ärzte verschreiben auch dann noch Protonenpumpenhemmer. Doch davon, diese Medikamente dauerhaft einzunehmen, rät Reflux-Spezialist Dr. Gerold Wetscher ab. „Protonenpumpenhemmer können vielfältige Nebenwirkungen haben und unter Umständen dem Patienten mehr schaden als nutzen“, führt Wetscher aus. So beeinflussten sie die Fett- und Milcheiweißverdauung und stören die Vitamin-D-Aufnahme – was gerade bei Frauen zu Osteoporose führen könne. Auch die Darmflora leide und ein Überhandnehmen von schlechten und antibiotikaresistenten Darmbakterien sei die Folge. PPI stünden außerdem im Verdacht, Nahrungsmittelintoleranzen auszulösen. Erschreckendes ergaben Tierversuche: Versuchstiere, deren Refluxerkrankung mit PPI behandelt wurde, entwickelten Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Schonende OP-Methode
„Die Behandlung der Wahl ist die Operation“, erklärt Wetscher. Denn nur diese beseitigt den zugrundeliegenden Zwerchfellbruch und wirkt somit kausal. Er rät zu einer so genannten Fundoplicatio. Dabei wird der geschwächte Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre unterstützt. Der oberste Anteil des Magens (Magenfundus) wird um die untere Speiseröhre herum vernäht und fungiert somit als eine Art Manschette. Damit wird Reflux verhindert.
Weitere Behandlungsmethoden sind die LINX-Plastik (Magnetband) und der so genannte Speiseröhrenschrittmacher. „Für einzelne Patienten mit kleinen Zwerchfellbrüchen und nur geringem Reflux mögen diese Methoden durchaus geeignet sein, doch die Fundoplicatio hat eine deutlich niedrigere Komplikationsrate und zeigte sich in der Langzeitbeobachtung als die wirkungsvollste Methode“, so der Spezialist.

Univ.- Prof. Prim. Dr. Wetscher

Prim. Univ. Prof. Dr. Gerold Wetscher
Vorstand der Abteilung für Allgemeinchirurgie
FA für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Allgemeinchirurgische Ambulanz
Telefonische Terminvergabe MO-FR 08:00 - 15:00 unter 0043 5242 600 2110

 
Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

19.07.2017, BKH Schwaz

Funktioniert das Herz nicht richtig, kann ein Herzschrittmacher helfen.

In der Herzschrittmacher-Ambulanz am BKH Schwaz werden dann die Feineinstellung und Kontrollen durchgeführt. Der Leiter, OA Mag. Dr. Christian Ritelli, im Gespräch.

Gesundheitsblog Schwaz: Wann braucht man einen Herzschrittmacher?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Wenn das Herz zu langsam schlägt bzw. langsame Herz-Rhythmus-Störungen auftreten und es dadurch zu Symptomen wie Schwindel, Schwäche, fehlender Belastbarkeit oder gar Ohnmachtsanfällen kommt. Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei niedrigem Puls sind immer ein Alarmsignal und sollten genauer abgeklärt werden, da schlimmstenfalls eine Störung des Taktgebers zum Tod führen kann. Durch den Herzschrittmacher erfolgt eine bedarfsgerechte Stimulation des Herzens, sodass der Takt wiederhergestellt ist.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie lange dauert eine Herzschrittmacher-OP?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Ein Herzschrittmacher wird üblicherweise durch den Herzchirurgen in Lokalanästhesie unter die Haut implantiert. Die OP dauert etwa eine Stunde. Komplikationen sind selten, können aber wie bei jeder Operation grundsätzlich vorkommen.

Gesundheitsblog Schwaz: Und was passiert nach der OP?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Etwa zwei Wochen später zieht der Hausarzt die Fäden, nach drei Monaten steht der erste Besuch in der Herzschrittmacherambulanz, z.B. am Bezirkskrankenhaus Schwaz an (2. Stock). In den ersten Monaten heilen die Sonden im Herzmuskel langsam ein, wodurch sich die zunächst eingestellten Werte für die Schrittmacherleistung, aber auch für die Erkennbarkeit von Herzaktionen verändern können. Somit muss nach Ablauf dieser Einheilzeit (normalerweise 3 Monate) das Aggregat kontrolliert werden, da es jetzt ggf. anders eingestellt werden muss. Diese Kontroll-Untersuchung erfolgt ambulant mittels eines Abfragegerätes und dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie oft muss das Gerät „gewartet“ werden?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Einmal im Jahr müssen die PatientInnen ihren Herzschrittmacher überprüfen lassen. Am Ende der Batterielaufzeit unter Umständen auch öfter. Das kann man mit einem Service beim Auto vergleichen. In diesen Kontrollen wird unter anderem die Batterieleistung überprüft und nachgesehen, ob die Einstellungen des Gerätes immer noch auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst sind.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie lange ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Herzschrittmachers?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli: Das hängt davon ab, wie viele Impulse er abgeben muss. Wenn das Herz von selbst schneller als die programmierte Mindestfrequenz schlägt, wird der Herzschlag vom Schrittmacher erkannt und in dieser Situation wird dann auf eine Stimulation verzichtet, was sich positiv auf die Laufzeit auswirkt. Man kann im Durchschnitt bei modernen Geräten mit einer Lebensdauer bis 10 Jahre rechnen. Bei Batterieerschöpfung verbleiben die Schrittmacher-Sonden im Körper, das Aggregat wird komplett ausgetauscht.

Gesundheitsblog Schwaz: Wie ist die Lebensqualität mit Herzschrittmacher?

OA Mag. Dr. Christian Ritelli:
Sehr gut. Normalerweise bemerkt der/die PatientIn das Gerät im Alltag nicht. Insbesondere die Stimulation am Herzen wird nicht bemerkt, da nur sehr wenig Energie zur Stimulation benötigt wird. Vorsicht ist allerdings bei starken magnetischen Feldern geboten, wie z.B. in einer MRT Untersuchung, da hier die Schrittmacher Funktion gestört werden kann. Daher ist es wichtig, den Arzt vor einer MRT Untersuchung über das Tragen eines Schrittmachers zu informieren und den Herzschrittmacher- Ausweis immer dabei zu haben.

Gesundheitsblog Schwaz: Danke für das Gespräch.

Weitere Informationen zur Abteilung der Inneren Medizin finden Sie HIER.

OA Mag. Dr. Christian Ritelli

OA Mag. Dr. Christian Ritelli
FA für Innere Medizin  und Psychologe
Schwerpunkttätigkeit: Kardiologie, Herzschrittmachertherapie, Intensivmedizin und Sonographie

Innere Medizin - Defibrillator und Herzschrittmacher-Ambulanz
Ambulanzzeiten: Mittwochs nach Vereinbarung
Telefonische Terminvereinbarung von Montag bis Freitag: 8.00 bis 13:30 unter 0043 5242 600 2422

 

20.05.2026

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